Das Turnier der Meister darf im Jahr 2020 nicht ausfallen. Es ist eines der wichtigsten Aushängeschilder der Stadt Cottbus. Die bunten, positiven Bilder aus der Lausitz, die zuletzt von Sportlern aus 53 Nationen hinaus in die Welt gesendet worden sind, sind ein wichtiges Gegengewicht zu den Negativmeldungen, die es immer wieder aus unserer Region gibt. Cottbus würden durchaus noch mehr dieser Veranstaltungen wie das Turnier der Meister, das Osteuropäische Filmfest oder das Internationale Springermeeting, das jetzt schon für Ende Januar ausverkauft ist, gut tun. Also Ereignisse, zu denen Menschen von weit her in die Lausitz kommen. Die sammeln hier meist äußerst positive Eindrücke und vermitteln dann in ihrer Heimat ein ganz anderes, weitaus bunteres Bild von der Lausitz, als das verbreitete kohlegraue Klischee mit fremdenfeindlichem Beigeschmack. Die Region tut also gut daran, derartige Veranstaltungen zu fördern und stützen. Das Turnier der Meister muss unbedingt auch 2020 stattfinden, alles andere wäre fatal.
Und über die Anregung von Springermeeting-Chef Ulrich Hobeck, der sich eine größere Halle für derartige Veranstaltungen in Cottbus wünscht, sollte man in Zeiten des Strukturwandels zumindest mal ernsthaft nachdenken. Klar: Für eine vernünftige Auslastung einer derartigen Arena bräuchte es in Cottbus eine zuschauerträchtige Mannschaftssportart, die regelmäßig dort spielen und die Ränge füllen könnte. Die gab es in Cottbus schon mal, als die Handballer einst sogar kurzzeitig in der 1. Bundesliga spielten. Eine Rückkehr dorthin ist zwar unrealistisch. Und dennoch werden an der Lausitzer Sportschule weiterhin Jahr für Jahr junge Handball-Talente ausgebildet. Dass es sich die Sportstadt Cottbus angesichts der unerhörten Querelen beim LHC Cottbus leistet, dieses Potenzial regelrecht zu verschleudern, ist bitter. Erst recht, weil man durch den großen Zuspruch für Turn-Weltcup und Springermeeting sieht, wie viel Sportbegeisterung abseits des Fußballs in der Lausitz immer noch zu Hause ist.

Cottbus