Jetzt gehört also das Lausitzer Seenland Klinikum mehrheitlich dem Sana-Konzern. Ist das schlimm? Vermutlich nicht. Denn Sana tut bereits seit zehn Jahren in Hoyerswerda das, was ein Unternehmen eben tut: Es will Profit erwirtschaften. Inzwischen ist das Klinikum zum Glück solide aufgestellt.

Das war nicht immer so. Derjenige, der jetzt nach einem rein kommunalen Krankenhaus schreit, muss nur in die Umgebung sehen. Da wackeln Kliniken – und damit ist die Versorgung von Menschen in Gefahr. Die Stadt Hoyerswerda ist allein mit der Führung eines Krankenhauses überfordert. Das hat Bürgermeister Delling eingestanden. Das hat sich vor zehn Jahren auch gezeigt. Damals war das Klinikum der Pleite nahe.

Was die Stadt Hoyerswerda ebenfalls nicht schafft: regelmäßig Millionensummen in das Klinikum zu investieren. Genau das ist unter anderem der Part von Sana in dieser Partnerschaft. Die Kliniken AG macht den Standort fit und stellt ihn zukunftssicher auf. Von daher ist auch klar, dass Sana den Gewinn abschöpft. Die Stadt Hoyerswerda, und damit die gesamte Region, haben den Vorteil, ein Schwerpunktkrankenhaus zu haben, das aktuellen Ansprüchen mehr als genügt.

Was für Hoyerswerda wichtig ist: das Mitsprache- und Mitentscheidungsrecht als jetzt kleiner Partner. Wenn all das vereinbart ist, was Bürgermeister Delling aufgezählt hat, sitzt die Stadt Hoyerswerda bei allen entscheidenden Fragen – auch bei Personal und Entlohnung – auf Augenhöhe mit am Tisch. Das heißt: Wenn sich das Klinikum weiter positiv entwickelt, ist allen geholfen. Die Sana verdient Geld und die Region hat einen starken Arbeitgeber und ein attraktives und leistungsstarkes Krankenhaus.