Wer am Fluss lebt, der hat einen besonderen Blick auf das Gewässer. Auch wenn die Schwarze Elster in den zurückliegenden Wochen aufgrund der Trockenheit immer wieder mit neuen Wasserniedrigständen für Schlagzeilen gesorgt hat, bleibt das andere Extrem, das Hochwasser, in Erinnerung. Erst recht, wenn es jetzt doch wieder etwas nasser wird, der eine oder andere Regenschauer übers Land zieht und der Winter – mit hoffentlich auch wieder mal richtig Schnee – naht.

Die Einschätzung der Experten, dass so einem hochgerechneten hundertjährigen Hochwasser die Dämme entlang der Schwarzen Elster nicht gewachsen wären, macht Angst. Vor allem auch deshalb, weil in den Augen der Flussanrainer bisherige Schadstellenbeseitigungen und Deicharbeiten nach den zurückliegenden Hochwasserereignissen nur wie Flickschusterei anmuten.

Die „großen“ Schutzmaßnahmen wie sie beispielsweise für die Stadt Herzberg zumindest schon mal angedacht sind, lassen weiter auf sich warten. Die Geduld der Anwohner wird strapaziert. Über Gebühr. Hoffentlich geht nun das Planfeststellungsverfahren in angemessener Zeit über die Bühne und stehen dann die nötigen finanziellen Mittel bereit – damit sich auch die Herzberger, die nah am Fluss leben, in besonders nassen Zeiten keine Sorgen machen und um Hab und Gut bangen müssen.