Krisen lassen sich am besten mit Geld überstehen. Das gilt auch für die Bildung. Es klang zu Beginn der Coronakrise ganz gut: Kinder werden zu Hause via Internet unterrichtet. Ganz modern und digital. Dabei wurde schnell klar, dass es so einfach nicht geht. Erst klagten die Eltern über die zusätzliche Belastung, weil sie plötzlich nicht nur arbeiten mussten, sondern auch Lehrer für ihre Kinder sein sollten. Dann wurden Befürchtungen laut, dass so vor allem Kinder benachteiligt werden, deren Eltern nicht promovierte Chemiker, Physiker oder Literaturwissenschaftler sind.

Konnte man das alles noch als der Notsituation geschuldet oder übertrieben abtun – machte sich plötzlich noch etwas ganz anderes bemerkbar: Dass das Einkommen der Eltern nicht einfach nur einen Einfluss auf die schulische Bildung hat. Nein, in der Coronakrise kann es sogar darüber entscheiden, ob ein Kind überhaupt an Bildung teilhaben kann. Fehlen den Eltern Computer, Laptop, Tablet oder sogar ein Internetanschluss, geht das nämlich nicht.

Während also die Schulen mit kabellosem Internet und digitalen Tafeln versorgt werden, bleiben die Schüler auf der Strecke. Was nützt einem Internet, wenn man keinen Computer hat. Und was bringt die Bestrebung die Medienkompetenz der Schüler zu verbessern, wenn ihnen der Zugang zu diesen Medien verwehrt bleibt. Da kann man sich trösten, dass die meisten Schüler doch technisch gut ausgestattet sind. Trotzdem sollte gerade was Bildung angeht jeder einzelne zählen, sonst macht Schule den Kindern vor allem eines klar: Mit Geld lernt es sich immer noch leichter.