Mit den Begriffen fängt es an. Wir haben lange überlegt, welchen Titel wir unserer Serie geben. Wir haben uns entschieden für die schlichte und ehrliche Variante: Rassismus in der Lausitz. Denn darum geht es: Um die Haltung, die Menschen entgegenschlägt, die als Fremde betrachtet werden. Wir haben Lausitzer getroffen, die Erfahrungen mit Rassismus machen mussten, weil sie aus dem Ausland stammen oder eine andere Hautfarbe haben. Ihr Problem ist immer dasselbe: Sie können nicht richtig heimisch werden, weil man sie nur als Fremde betrachtet.

Das ist der Kern von Rassismus: Es ist eine Haltung, die sich gegen Menschen richtet, weil sie eine andere Herkunft haben. Sprache ist hier sehr wichtig. Falsche Wörter transportieren genau das, was die Menschen anderer Hautfarbe als rassistisch wahrnehmen. Durch Sprache werden Unterschiede  betont und zur Bedrohung aufgebaut. Deshalb benutzen wir den Begriff Rassismus – anstelle von Fremdenfeindlichkeit. Die Menschen, die durch Rassismus ausgegrenzt werden, sind nicht selten in Deutschland geboren.
Rassismus ist für die Lausitz Entwicklungshindernis. Wo Menschen andere ausgrenzen, ist das friedliche Miteinander gestört. Eine Region, die so stark von Wegzug und Alterung betroffen ist, kann sich das nicht leisten. Die Zukunft der Lausitz hängt nicht nur vom Erfolg des Strukturwandels ab. Genauso wichtig ist, ob die Region Menschen gut aufnimmt, die neu ankommen.
christine.keilholz@lr-online.de
Betroffene aus Cottbus erzählen So fühlt sich Rassismus in der Lausitz an

Cottbus