Gleich aus zweierlei Gründen bleibt die Finanzierung ein Problem: Seit Jahren brechen der Stadt Weißwasser Steuereinnahmen weg. Das liegt nicht nur an der politischen Entscheidung, aus der Braunkohle auszusteigen. Nein, das liegt auch daran, dass Unternehmen nicht immer dort Steuern zahlen (müssen), wo sie produzieren.

Folglich fehlt der Stadt ein finanzielles Polster, denn selbiges ging für die Rückzahlung der Gewerbesteuer drauf. Langfristig muss sich Weißwasser also überlegen, woher das Geld für dringende Investitionen kommen soll.

Da scheint der Ankauf von Anteilen an den Stadtwerken Weißwasser ein lohnender Weg zu sein. Immerhin fließen derzeit bei einem städtischen Anteil von 25,1 Prozent jährlich 800 000 Euro in die Stadtkasse – und 2,4 Millionen Euro zu Veolia. Woher aber soll die Stadt das Geld für den Ankauf nehmen? Selbst bei einer Vereinbarung, die Gewinnabführung etwa zum Anteilsrückkauf zu nutzen, fehlt der Stadt jenes Geld für das tägliche Geschäft. Hier bleibt die Finanzierung also ebenfalls ein Problem.

Und: Verkauft Veolia seine Anteile an den Stadtwerken, um Weißwasser zu helfen? Oder wird das Risiko, vielleicht bei den anstehenden Konzessionsverträgen und deren Ausschreibung nicht als Sieger hervorzugehen, auf mehrere Schultern verteilt? Denn, auch das sollte beim Anteilsankauf bedacht werden: Es muss nicht sein, dass jedes Jahr Gewinn erwirtschaftet wird. Mehr Anteile können auch bedeutet, Verluste gemeinsam tragen zu müssen.

christian.koehler@lt-online.de