Ups, was war das denn? Da war die CSU doch schon mal weiter. Vor neun Jahren hatten die Christsozialen die verbindliche Frauenquote von 40 Prozent auf Landes- und Bezirksebene eingeführt, mit dem Ergebnis, dass die eine oder andere Frau in die Welt der männlichen Gleichförmigkeit eindringen konnte. Doch nun haben die Delegierten mit eruptiver Aufwallung auf dem Parteitag verhindert, dass diese Quote auch auf CSU-Kreisebene eingeführt wird. Es bleibt nur bei einer Empfehlung.

Die Gegner kramten veraltete Argumente aus der Mottenkiste und führen eine Debatte, die in den 80er- und frühen 90er-Jahren aktuell war. Längst hat sich gezeigt, dass Frauen über die Quote sinnvoll gefördert werden, um einer gerechten 50-Prozent-Beteiligung wenigstens näher zu kommen. Längst steht fest, Frauen tun gut – Unternehmen wie Parteien.

Vorsitzender Markus Söder steht jetzt ziemlich blamiert da. Er hat der Basis klargemacht, dass die CSU in den Abgrund fährt, wenn sie es nicht schafft, Frauen an sich zu binden. In Bayerns Städten erhält die Partei von jungen Frauen oft nichtmal mehr zehn Prozent der Stimmen. Der Abwärtstrend ist nicht zu stoppen, wenn die CSU weiter vor allem aus älteren Männern besteht und auch nur diese anspricht. politik@lr-online.de