„Theater wird es immer geben“, sagte kürzlich ein Cottbuser Theatermacher zu mir. Was für eine beruhigende Aussicht. Gesellschaftswissenschaftlich hat Theater schon immer eine wichtige Rolle übernommen – das Kommentieren des Lebens. Das mag jetzt hoch gegriffen sein, fällt es doch schwer, eine Gaunerkomödie auf der Kleinbühne als Kommentar auf das gesellschaftliche Miteinander zu verkaufen. Und trotzdem tut selbst sie es. Warum ist plötzlich die Lust auf Theater so groß bei den Lausitzern? Weil sonst nix los ist, mag man meinen. Das mag zum Teil auch stimmen, aber Menschen beim Spiel zu beobachten, sich für eine, für zwei, für drei Stunden mit Schauspielern gemeinsam in eine andere Welt flüchten – das ist gerade in Zeiten, in denen alles zu wackeln scheint, unbezahlbar. Ob diese andere Welt nun eine Posse, ein Schwank, ein Ballett, der große Faust ist? Das spielt vielleicht nur noch eine Nebenrolle. Theater wird es immer geben – allerdings braucht es den viel weniger sicheren Ort für Theater. Wenn jetzt die Lausitzer ihrer Lust auf Bühnenkunst nachkommen und in die Theater gehen, helfen sie, nicht nur das Theater lebendig zu halten, sondern auch dabei, dass die Theater ihre Orte behalten.