Sachsen bekommt die Gemeinschaftsschule. Ist das eine Sternstunde der Bildungspolitik oder nicht? Es kann eine sein:
Mit der neuen Schulform hat Sachsen den goldenen Schlüssel in der Hand, um alle Schulprobleme zu lösen. Die Gemeinschaftsschule kann eine Vitaminspritze werden für die Oberschulen - denen zusehends die guten Schüler weglaufen. Werden die nun aufgerüstet mit einer Oberstufe, kann sich dort ein neues Lernen etablieren, das mehr Schüler mitnimmt als bislang. Die neuen Einrichtungen könnten ein Ort sein, an dem Schüler, die sich das Gymnasium nicht zutrauen, einen neuen Weg zum Abitur finden. So wird Bildung gerechter und das Hi-Tech-Land Sachsen bekommt den Nachwuchs, den es braucht.
Von den Kindern wird der Druck genommen, in der 4. Klasse alles geben zu müssen, damit der Weg zum Studium offen bleibt. Das ist die eine Möglichkeit.
Oder aber das Projekt „Oberschule Plus“ läuft ins Leere, weil Schüler und Lehrer dafür fehlen. Das ist, was Kritiker noch kurz vorm Beschluss bemängelten. Wenn pro Jahrgang vier Klassen zusammen kommen müssen, dann werde es die Gemeinschaftsschulen höchstens in den Städten geben.
Denn so sind die Rahmenbedingungen, unter denen die neue Schule an den Start geht: Abseits der großen Städte kämpfen die Schulen ums Überleben. Sie kämpfen um jeden einzelnen Schüler und um jeden einzelne Lehrer. Entweder wird die neue Gemeinschaftsschule ein Konkurrent, der die Existenz der anderen bedroht - oder ein Leuchtturm, der Bildung im Ganzen interessanter und vielfältiger macht.
Entscheidung im Landtag Gemeinschaftsschule Sachsen kommt

Dresden