Unternehmenschef Thomas Ebert investiert seit Jahren kräftig in junge Leute. Am Ende springt dabei jedoch zu wenig dabei raus.
Eine schicke neue Schulwerkstatt, die gerade eingerichtet wird, soll bei der potenziellen Nachwuchsgewinnung noch etwas früher angreifen und Kinder ab der 5. Klasse mit praktischen Übungen für das breit gefächerte Themenfeld der Kunststoffbranche begeistern.
Spannend für junge Mensch ist auch der enge Kontakt des Unternehmens zur Wissenschaft, speziell zur TU Chemnitz und in der jüngeren Vergangenheit immer mehr auch zur BTU Cottbus-Senftenberg mit mehreren Forschungsprojekten pro Jahr. Die Schönborner setzen auf Innovationen und setzen Ausrufezeichen mit Strahlkraft als brandenburgisches Kompetenzzentrum für Produktkonfiguration.
Um diesen Motor am Laufen zu halten, hat Thomas Ebert recht, wenn er den Staat in die Pflicht nimmt. In einer Region, in der der Strukturwandel in aller Munde ist, muss noch gezielter investiert werden, damit gut ausgebildete Menschen hierzulande ihre Zukunft sehen. Elbe-Elster ist schön und hat es verdient, seinen zweifelhaften Ruf als Rekordpendlerkreis abzuschütteln.
Dafür muss Elbe-Elster freilich noch schöner werden. Dann kann der Abwanderungskreislauf vielleicht nicht gestoppt, wenigstens aber spürbar verlangsamt werden. Dafür braucht es finanziellen Hilfen von ganz oben. Besonders wichtig: Geld sollte nicht nur in die Wirtschaft, sondern viel mehr auch in die Schaffung einer noch besseren Lebensqualität vor Ort fließen.
Breitbandausbau, mehr Freizeitangebote sowie noch mehr Finanzspritzen für junge Familien beispielsweise beim Häuslebau könnten noch mehr Lust dazu machen, hierzubleiben. Und die Grundvoraussetzungen müssen vorhanden sein: Kita, Schule, Ärzte, Nahversorgung, Straßen, Busverbindung, Bürgerhäuser – und natürlich Arbeit. Die Provinz darf nicht sich selbst überlassen werden.