Die Bundesregierung tut gut daran, die Forderung nach deutschen Bodentruppen für Syrien zurückzuweisen. Wie die bisherigen Auslandseinsätze zeigen, sind damit enorme Risiken verbunden. Die Auslandseinsätze fordern Opfer, sind teuer, sie sind völkerrechtlich oft umstritten, und die Folgen und das Ende sind nicht wirklich absehbar.

Doch geht es abseits des Reizwortes Bodentruppen im konkreten Fall um die Frage, welchen Beitrag Deutschland und seine europäischen Partner zur Lösung des Syrien-Konflikts noch beizutragen vermögen, wenn die Amerikaner, wie erkennbar, das Interesse verlieren. Assad hat den Bürgerkrieg dank der Unterstützung Russlands und des Irans gewonnen. Der Westen hat weitgehend zugesehen. Die Gewalt in der Region ist aber nicht beendet. Und die Kurden, die die Hauptlast des Anti-IS-Kampfes getragen haben, könnten die nächsten Verlierer sein.

Hier wünschte man sich eine deutlichere Haltung Europas, die nicht nur mit wohlfeilen Worten operiert und auf das bisherige Tun im Windschatten der USA hinweist. Eine eigene starke Rolle zu definieren, das ist die Herausforderung. politik@lr-online.de