Neuseeland trauert. Mit bewegenden Zeremonien wurde der Opfer des Mordanschlags eines Rechtsradikalen gedacht. Bilder von Menschen erreichen uns, denen noch immer das Entsetzen ins Gesicht geschrieben ist. Nicht jedoch Botschaften des Hasses und der Rache. Die Gewalttat bringt in Neuseeland die Menschen zusammen. Neuseeländer und Migranten, Muslime und Christen singen am Ort des Terrors, beten zusammen. Aus Solidarität mit den muslimischen Opfern trugen viele Frauen Schleier. Das Kopftuch als Zeichen der Verbundenheit, nicht der Ausgrenzung. Das hat es so noch nicht gegeben. Pemierministerin Jacinda Ardern hatte die Tonlage für das ganze Land angestimmt. An die Opfer und ihre Angehörigen richtet ganz Neuseeland die Botschaft: „Wir lassen uns nicht trennen.“ Es ist eine starke Botschaft, die das erschütterte Land an die Welt sendet: Gewalt muss keine neue Gewalt erzeugen. Man wünscht sich, Neuseelands Besonnenheit würde Schule machen. Keine Aufmärsche mehr, wo Schweigen aus Respekt vor Ermordeten und Verletzten angesagt wäre. Keine Instrumentalisierung eines Verbrechens für billige politische Propaganda. Von Neuseeland kann die Welt lernen.

politik@lr-online.de