Es liegt in der Natur des Menschen, dass unsere Aufmerksamkeit gerade einmal ausreicht, um uns auf „eineinhalb Katastrophen“ gleichzeitig konzentrieren zu können. Klar, dass die erwartbaren und immensen wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Lockdowns vielen Menschen jetzt am nächsten sind. Immerhin: Es geht um nicht weniger als um viele wirtschaftliche und private Existenzen und damit auch um die Zukunft vieler Menschen.

Aber vergessen wir nicht: Die Energiewende in Deutschland mit dem Kohleausstieg UND die damit verbundenen Umstiegshilfen für die Wirtschaft und die Menschen in den Revieren sind gewaltige Versprechen für die Zukunft. Sie müssen auch noch halten, wenn hoffentlich bald ein Corona-Impfstoff gefunden und der Lockdown mit Masken-Einkäufen langsam wieder im schaurig-kalten Nebel der Vergangenheit verschwindet.
Strukturwandel in der Lausitz Deutsche Kohlegesetze auf der Zielgeraden

Cottbus/Berlin

Der Kohleausstieg und die mit ihm verbundenen Gesetze brauchen daher jetzt volle Aufmerksamkeit. Das gilt vor allem für die Entscheider in Berlin – auch wenn‘s manchem dort gerade schwerfällt.
Die Energiewende, so wie sie umgesetzt werden soll, ist ein Jahrhundertprojekt für unser ganzes Land. Sie verlangt aber zuerst einmal große Zugeständnisse von den Menschen, die mit der Kohleverstromung bisher ihren Lebensunterhalt verdient haben.
Es lohnt sich deshalb jetzt besonders, ganz genau hinzuhören, was sie fordern und die Betroffenen bei der Abfassung der Gesetze absolut fair zu behandeln. Genauso beugen wir nämlich einer wirtschaftlich-sozialen Katastrophe in der Lausitz vor, auf die wir uns dann schon sehr bald neu konzentrieren müssten. jan.siegel@lr-online.de