Offene Grenzen und eine internationalisierte Wirtschaft sind besonders für den industrienahen Mittelstand auch in der Lausitz zuerst einmal ein großer Gewinn. So haben viele Firmen ihre Märkte vergrößern können. Und es staunt, wer sich damit beschäftigt, wie viele Betriebe zwischen Neiße und Elbe international erfolgreich unterwegs sind.
Als Kehrseite der Internationalisierung gilt das gefürchtete Outsourcing. Das hat in der Vergangenheit oft bedeutet, dass effizienzgetriebene „Erfolgsmanager“ schmalspurig nur danach gierten, einen Platz auf dieser Welt zu finden, wo sich ein Produkt noch preiswerter herstellen lässt, egal wie lang die Lieferwege sind. Das hat kurzfristig mehr Gewinn versprochen aber hierzulande auf lange Sicht Arbeitsplätze gekostet. Die Corona-Krise zeigt vor allem in international aufgestellten Branchen sehr deutlich, wo die Stärken liegen bei verantwortungsbewussten und regional verwurzelten Unternehmensführer wie beispielsweise dem Uesa-Chef Helmut Hoffmann.
Gesundes Augenmaß und Risikoabwägung bei den Lieferketten gepaart mit einem Mindestmaß an Lagerhaltung und eine möglichst breite Aufstellung in der Produktpalette sowie bei der Akquise von Märkten zahlen sich in Krisenzeiten aus. Dazu braucht es Investitionen in Innovationen und sorgt vielleicht in Teilbereichen temporär für Verlust.
Am Ende aber lacht nicht, wer sich in guten Zeiten totverdient und totgespart hat, sondern wer auf eine starke Mannschaft bauen kann und immer noch einen Joker – eine Innovation – im Ärmel hat.