Es gab Zeiten, da hat der Freistaat Sachsen Gemeindezusammenschlüsse offensiv gefordert beziehungsweise wohlwollend begleitet. Es waren die Zeiten, als Boxberg, Uhyst und Klitten positiv gestimmt in das Thema Gemeindeehe starteten. Uhyst wurde 2007 Boxberger Ortsteil, Klitten zog im Februar 2009 nach. Seitdem ist Boxberg 217 Quadratkilometer groß und damit die flächenmäßig größte Gemeinde Sachsens. Doch für diesen Titel kann sie sich nichts kaufen. Im Gegenteil, er kommt sie teuer zu stehen.
Ein Flächenquotient gibt es nicht bei der Finanzausstattung im Land. Es ist quasi die eigene Schuld der Kommune, dass sie vier Kitas, 100 Kilometer Straßen, rund 100 Liegenschaften und neun Feuerwehren unterhält. Die Intension ist klar: So soll das Leben für etwas über 4400 Einwohner lebenswert bleiben.
Lebensqualität entscheidet sich vor Ort, haben sich die drei Regierungspartner im Freistaat 2019 in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Demnach handelt Boxberg also genau richtig. Doch die Zeiten, um das finanzieren zu können, werden immer schwieriger. Boxberg bringe sich beim Freistaat zwar ins Gespräch, „doch es gibt wenig Gemeinden, die dieses Problem haben und so gibt es auch wenig Verständnis“, gesteht Bürgermeister Achim Junker (CDU) ein.
Zwar macht die Fläche Boxberg zum Sonderfall, doch die finanzielle Ausstattung der Kommunen ist doch hier wie dort bereits vor Corona ein Thema - ein riesengroßes, so wie die Fläche von Boxberg.