Pech gehabt – das gilt für viel zu viele Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Und das teilweise ein Leben lang. Dabei dürfte es längst nicht mehr so sein. Vor etwas mehr als zehn Jahren ist die UN-Behindertenrechtskonvention von 177 Staaten unterschrieben worden. Auch von Deutschland. Darin verankerte Ziele: mehr Teilhabe am öffentlichen Leben, Inklusion in allen Bereichen. Doch das will hierzulande einfach nicht funktionieren.

Dabei steht fest, dass unsere Gesellschaft nur dann menschlich bleibt, wenn sie das vermeintlich Defizitäre eben NICHT ausschließt. Und hier liegt das eigentliche Problem: Behinderte Kinder werden auf Förderschulen geschickt. Danach führt sie ihr Weg in der Regel in eine Werkstatt für behinderte Menschen. Sie werden in ihrem eigenen Kosmos gehalten. So haben sie kaum eine Chance auf einen Schritt in den regulären Ausbildungs- beziehungsweise Arbeitsmarkt.

Keine Frage, Inklusion ist erst mal anstrengend, kostet Nerven, kann aber für beide Seiten eine ordentliche Horizonterweiterung mit sich bringen. Fakt ist: Menschen sollten von den Arbeitgebern an ihrer Arbeit und nicht an ihren körperlichen Einschränkungen gemessen werden. Hier ist die Politik gefordert, noch besser Anreize für Unternehmen zu schaffen.

Ist es wirklich so schwer, eine Gesellschaft umzukrempeln, die es viel zu lange gewohnt war, Menschen mit körperlichen Einschränkungen in ein abgesondertes Arbeitsumfeld zu drängen? Ich bin mir sicher: Nein!