Die Polizei muss mehr Präsenz in Tschernitz zeigen. Da hat der ehrenamtlich Bürgermeister Peter Drobig völlig recht. Aber sie braucht dafür die Unterstützung der Einwohner. An die Versammlung während einer Einbruchserie vor vier Jahren mit den aufgebrachten Menschen und dem Ruf nach der Bürgerwehr erinnert sich Drobig. „Das wollte ich nicht noch einmal erleben“, sagt er. Tschernitz ist kein verschlafenes Dorf. Senioren erledigen vormittags ihre Wege. Die Schulkinder laufen oder radeln aus allen Richtungen zur Bushaltestelle. Gut einsehbar ist der große Fahrradständer tagsüber. Hier wird noch regelmäßig Fußball trainiert. Und in der „Muckibude“ am Sportplatz ist bis weit in den Abend hinein ein Kommen und Gehen. Aber nachts? Und in den abgelegenen Bereichen? Der erste Gang nach dem Aufstehen morgens führt jetzt zum Fenster. Steht das Auto noch da, fehlt etwas auf dem Hof? Die Polizei fährt Streife. Dass sie nicht überall gleichzeitig sein kann, ist klar. Doch was für Peter Drobig schwer zu verstehen ist: Warum kommt die Polizei nicht, um das mit den Hinweisen, die die Ermittler sich erhoffen, den Bürgern in Tschernitz selbst zu sagen? Dann würden sie sich besser mitgenommen fühlen.

Als die Welzower sich in ihrer Brandserie Anfang 2018 ähnlich ohnmächtig fühlten, über Bürgerwehr und Sicherheitspartner diskutierten, ließ Birgit Zuchold, Welzows hauptamtliche Bürgermeisterin, nicht locker, bis es Hand in Hand mit der Polizei ging. Natürlich war diese Brandserie noch eine etwas andere Hausnummer als die aktuellen Einbrüche. Aber dieses Beispiel zeigt, dass auch die Amtsverwaltung Döbern-Land unbedingt handeln muss. Die Verunsicherung ist ein Nährboden für rechtsextreme Gesinnungen. Und schließlich sind nicht nur Tschernitz und Wolfshain in Döbern-Land betroffen.