Nur mal angenommen, die Friedensgrenze würde wieder zum Kino. Veranstaltungshäuser hat Guben reichlich, die Alte Färberei am Rathaus, das Volkshaus zwischen Bahnhof und Neiße. Ein drittes? Nein, ein Kino. Natürlich nicht eins, in dem die neuesten Hollywood-Filme laufen. Ein Kino, das sich der fast einzigartigen Lage seines Standorts zugute macht. Eins, in dem Familienfilme einmal in Deutsch, einmal in Polnisch gezeigt werden. Eins, in dem es Programmkino für Publikum von beiden Seiten der Neiße gibt. Eins, das vielleicht auch mal Filme zeigt, die es längst auf DVD oder in Mediatheken gibt, weil es so viel schöner ist, das Erlebnis Film zu teilen. Eins, das mit den Schulen und Kitas in der Stadt und in Schenkendöbern kooperiert. Eins, das mit Heilsarmee und Co. zusammenarbeitet, Ferienprogramm anbietet, um die Ausflüge nach Cottbus oder Eisenhüttenstadt unnötig zu machen. Moment: Eisenhüttenstadt. Da gibt es nicht mal mehr ein Kino. Traurig, aber Grund genug, die Kino-Idee für Guben vielleicht doch mal zwei Sekunden lang sacken zu lassen. Nur so eine Idee.