Es liegt im Wesen einer jeden Krise, dass sie nicht vorhersehbar ist. Wäre sie es nämlich, könnten sich alle darauf vorbereiten und eine Krise wäre keine.

Während der wirtschaftliche Zusammenbruch in der Finanz- und Wirtschaftskrise um das Jahr 2010 aber vor allem die großen Player der Wirtschaft mit ihren imposanten Kreditlinien traf, schlägt die Corona-Pandemie jetzt die Kleinen aus dem Stand K.o. Tausende Firmen auch in Südbrandenburg und Ostsachsen versuchen daher erst einmal, mit Kurzarbeit Zeit zu gewinnen. Was diese Zahlen bedeuten, das weiß so genau heute niemand. Sie lassen nur vage erahnen, welche Ausfallgelder auf die öffentlichen Kassen zurollen könnten. Denn es ist ein Unterschied, ob eine ganze Belegschaft in Kurzarbeit gehen muss oder ob nur Teilbereiche gestützt werden müssen. Das werden erst die nächsten Wochen zeigen. Es ist ein bisschen wie das sprichwörtliche Fischen im Trüben.

Frischer Dschungel an möglichen Corona-Zuschüssen und Beihilfen

Die ganz Kleinen – Gastwirte beispielsweise und andere Einzelunternehmer – haben die Chance auf Kurzarbeitergeld nicht. Wer keine Einnahmen und keine Rücklagen hat, der steht gleich ohne „Hose“ da und ist auf Grundsicherung angewiesen. Gerade die ganz Kleinen brauchen jetzt Orientierungshilfe im frisch wuchernden Dschungel möglicher Zuschüsse und Beihilfen. Dabei geht es nicht allein um Wirtschaftshilfe, sondern um die Rettung unserer soziokulturellen Strukturen, die für uns bis vor drei Wochen doch noch so selbstverständlich waren.

jan.siegel@lr-online.de