Soll es in Lübbenau wieder ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs geben oder nicht? Sollte es eher ein Denkmal sein für alle Opfer des Ersten Weltkriegs? Oder vielleicht doch lieber gleich ein Denkmal für alle Opfer beider Weltkriege? Ist daher ein Gedenkort besser als ein Einzelmonument? Wo soll das Mahnmal hin beziehungsweise der Gedenkort entstehen? Wer soll alles an der Diskussion beteiligt werden? Der von der SPD/Grünen-Fraktion sehr offen und vage formulierte Antrag wirft Fragen über Fragen auf. Und die Zahl der zu erwartenden verschiedenen Meinungen ist wahrscheinlich genau so groß. Hier einen Konsens zu erzielen, erscheint fast unmöglich. Man könnte fast argwöhnen, dass ein weiteres Denkmal für Lübbenau von den Antragstellern gar nicht wirklich gewollt ist. Vielleicht geht es ihnen vor allem darum, die Wiedererichtung des Denkmals für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu verhindern.

Wenn aber ein Mahnmal oder Gedenkort doch gewollt sein sollte, dann wäre es wohl ratsam, sich mit der Schützengilde und anderen ernsthaft Interessierten zunächst auf einen Standort zu einigen. Mehrheitsfähig erscheint der von der Lübbenauerin Martina Molle vorgeschlagene Alte Friedhof. Dort befinden sich Gräber im Ersten Weltkrieg Gefallener, das Areal befindet sich zudem in der Nähe anderer Erinnerungsstätten, es ist ruhig gelegen, hat Aura, bietet Platz und muss – nach langer Vernachlässigung – ohnehin entwickelt werden. Beispielsweise wäre hier ein Gedenkpfad eine Option wie es ihn in anderen Städten auch gibt. Vom Standort aus gedacht fällt dann vermutlich auch eine allseits akzeptierte Gestaltung des Denkmals selbst leichter.