Stärke wollten die USA demonstrieren. Mit der größten Truppenverlegung in Europa seit 25 Jahren sollten Natopartner in Osteuropa beruhigt und dem Kontrahenten Russland eindrücklich gezeigt werden, wozu die US-Armee in Europa willens und in der Lage ist.

Diese Demonstration hat jetzt ein eher klägliches Ende gefunden. Nicht die angedrohte Reaktion Russlands, nicht die bisher eher sporadischen Proteste der Friedensbewegung und der Linkspartei – nein, ein ganz kleiner Virus hat das Manöver zu einem jähen Ende geführt.

Darüber mögen einige jetzt spotten. Letztlich ist es aber die einzig richtige Entscheidung in Zeiten einer Pandemie. Das letzte Manöver dieser Art wird es eh nicht gewesen sein.

Das Coronavirus gibt Europa aber nun eine Chance. Eine Chance, die eigene Position und die eigenen Sicherheitsstrukturen zu überdenken. Lassen wir Amerika unsere Sicherheitspolitik in Europa bestimmen? Oder nehmen wir selbst das Ruder in die Hand? Finden wir eigene Wege mit russischen Drohgebärden im Baltikum umzugehen? Schaffen wir es, aus eigener Kraft Szenarien wie in der Ostukraine abzuschrecken?

„Defender Europe 2020“ ist vorbei. Was folgt, bleibt abzuwarten.

Youtube Defender 2020: Was kommt mit dem Mega-Manöver der USA auf uns zu?