Medikamente sind keine Waren wie alle anderen: Sie sind lebensnotwendig und anders als Lebensmittel nicht so leicht austauschbar. Sie müssen genau dosiert sein und zuverlässig wirken. Der Umgang mit Arzneimitteln erfordert Präzision, eine Anforderung, die auch an die Gesundheitspolitik gestellt werden sollte, damit die Medikamente da ankommen, wo sie hingehören: Erst in der Apotheke und dann beim Patienten.

Genau deshalb sind Lieferengpässe ein Problem, bei dem Handlungsbedarf besteht. Auch wenn betroffene Wirkstoffe und die Gründe für die Nichtverfügbarkeit wechseln: Was bleibt, ist ein Mangel, der für viele eine Belastung ist.

Für Patienten ist die Situation eine besondere Zumutung: Wer krank ist, braucht Ruhe, Erholung und Vertrauen in seine Therapie. Dass Ärzte und Apotheker versuchen ihren Patienten die notwendige Sicherheit zu geben, hilft wenig, wenn das Gesundheitssystem nicht die Rahmenbedingungen liefert. Erst waren es die Rabattverträge, die bei den Kunden auf Unverständnis stießen, jetzt leidet das Vertrauen durch die Lieferengpässe weiter.

Auch für Apotheker ist die Situation mehr als ärgerlich: Apotheken sind der Ort, an dem Patienten einem Konstrukt aus Rabattverträgen, Reimporten und Lieferkontingente von Zwischenhändlern gegenüberstehen, das von außen vollkommen undurchsichtig ist. Die Apotheker vor Ort können dafür nichts. Ihnen raubt das Konstrukt die Zeit, die sie lieber für den Kunden nutzen möchten. Es sind höhere Ebenen auf denen etwas passieren muss, damit Apothekern und Patienten mehr Zeit bleibt: Für die Beratung und zum Gesundwerden.