Größe hat Vorteile. Nach dieser Devise ist Thomas Cook, der Erfinder der Pauschalreise für jedermann, seit dem 19. Jahrhundert zum größten Reiseveranstalter weltweit gewachsen. Gegenüber Hoteliers, Reisenden und Dienstleistern überall auf dem Globus konnte so eine enorme Marktmacht aufgebaut und die Wertschöpfungskette vertieft werden, beispielsweise mit eigenen Fluggesellschaften. Doch enormes Wachstum bring auch enorme Risiken mit sich. Am Ende hatte das Management das komplizierte Konstrukt aus Finanzierungen und Zukäufen nicht mehr im Griff. Leider blieb das Risiko nicht auf das Management beschränkt, sondern wurden auch auf die Feriengäste und Reisebüros vor Ort abgewälzt.

In die von Thomas Cook hinterlassene Lücke drängen jetzt sehr schnell neue Anbieter.

Doch die Insolvenz von Thomas Cook zeigt, dass weder ein echter Markenname, eine lange Firmentradition oder auch nur schiere Größe vor dem Untergang retten. Nun ist es so, dass der normale Kunde ja genau auf diese Kriterien achtet, wenn er jemand sein Geld anvertraut. Und eine Firma wie Thomas Cook, die über ein Jahrhundert besteht, mit etablierten Markennamen arbeitet und ein Global-Player der ersten Kategorie ist, gibt eigentlich keinen Anlass zum Misstrauen. Aber, so die erste Lehre aus der Insolvenz von Thomas Cook, man darf bei Geld niemandem blind vertrauen Die zweite Lehre lautet, immer sehr genau das Kleingedruckte durchlesen und sich bei Punkten wie Quarantie und Erstattung exakt beraten lassen.