Erste Reaktionen in kleineren Lübbenauer Geschäften zeugen vom absoluten Unverständnis sowohl der Geschäftsleute als auch der Kunden. Der Sinn der neuen Bonpflicht erschließt sich dem Bürger nicht. Selbst für den Kauf kleinster Kleinigkeiten, die nicht mal einen Euro kosten, soll der Käufer einen Kassenbon bekommen. Es ist unvorstellbar, welche Mengen an Papiermüll dabei produziert werden, obwohl die Politik zugleich ehrgeizige Klimaschutzziele formuliert. Fast ebenso schwer vorstellbar aber ist, dass mit Hilfe dieser Bonpflicht Bargeldbetrug und Steuerhinterziehung tatsächlich wirksam Einhalt geboten wird. In den Finanzämtern, für die Kontrollen zuständig, steht dafür wahrscheinlich auch gar nicht das notwendige Personal zur Verfügung. Viele weitere Fragen scheinen zudem noch nicht hinreichend geklärt, was beispielsweise die technische Nachrüstung der elektronischen Registrierkassen betrifft. Sollen solche manipulationssicheren High-Tech-Kassen künftig auch auf Märkten oder im Kahnfährbetrieb eingesetzt werden? Ehrliche Geschäftsleute wie in Lübbenau sehen sich zudem mit dem Misstrauen des Staats konfrontiert und unter Generalverdacht gestellt. Alles in allem ist der Verdruss über die Bonpflicht nur allzu verständlich.