Wie man es auch dreht und wendet: Aus der Perspektive des Steuerzahlers ist ein leerstehender, nagelneuer Millionenbau ein Skandal. Egal, welche fachlichen Gespräche erst spät begonnen wurden, welche zuständige Verwaltungsstelle wann und wie besetzt war oder auch nicht, wer sich nicht rechtzeitig gekümmert oder am Ende vielleicht sogar schlicht geschlafen hat.

Aktuell sollen die Hortkapazitäten in Lübben um 57 Plätze erweitert werden. Gleichzeitig steht ein Gebäude leer, das genau für die Hortbetreuung errichtet wurde. Und zwar, weil es versäumt wurde, sich rechtzeitig um Möbel zu kümmern.

Dafür ist der Schulträger zuständig. Das ist in diesem Fall die Stadt Lübben, organisatorisch die Verwaltung, an deren Spitze in letzter Verantwortlichkeit Bürgermeister Lars Kolan steht. Er ist in der Pflicht.

Da geht es längst nicht nur um die sinnvolle Nutzung von Steuergeldern, sondern um zwei weitere Punkte von höchstem Stellenwert: gute Bedingungen für die Bildung und Betreuung der Jüngsten. Und damit verbunden wiederum um die Zukunft der Stadt.

Denn nach Lübben ziehen junge Familien nur, wenn es auch Kita- und Hortplätze für ihre Kinder gibt. Seit dem ersten Alarm für mangelnde Kapazitäten, den Bürgermeister Lars Kolan vor fünf Jahren selbst schlug, ist die Stadt diesem Ziel nur wenige, kleine Schritte näher gekommen. Der Hortneubau hätte ein Meilenstein sein können – und müssen.

Kinderbetreuung ohne Möbel Der neue Hort in Lübben steht – leer

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