Für die Öffentlichkeit ist die Verleihung der Günter-Peters-Ehrennadel in Hoyerswerda ein Termin von zwei bis drei Stunden. Warme Worte, eine Ehrung, etwas Rahmenprogramm – fertig. Für diejenigen, die diese Auszeichnung erhalten, spielt ihr Ehrenamt jedoch meist über das ganze Jahr hinweg eine wichtige Rolle. Das ist richtig – und das ist auch wichtig in einer Welt, in der das Individuum darauf getrimmt wird, noch individueller zu denken. Da ist es wohltuend, zu wissen, dass es in Hoyerswerda – aber natürlich überall in der Lausitz und im Freistaat – Menschen gibt, die sich ehrenamtlich für die Allgemeinheit einsetzen. Ob das im aktuellen Fall der Verein der Zoofreunde Hoyerswerda ist oder die vielen anderen Vereine und Verbände in den Städten und Dörfern: Sie alle leisten wichtige Arbeit. Diese Arbeit läuft noch zu oft unter dem öffentlichen Radar ab. Das ist schade, weil genau diese Tätigkeiten oft der Kitt sind, der die Gesellschaft zusammenhält.

Was für viele Vereine ein Problem ist – und für viele in den kommenden Jahren eines wird: Das Durchschnittsalter in den Vereinen wird immer höher. Es wird für viele fast unmöglich, jüngere Leute für die Vereins- und vor allem die Vorstandsarbeit zu begeistern. Deshalb müssen sich alle Beteiligten – Vereine wie auch Gesellschaft und Politik – Wege überlegen, wie es attraktiver werden kann, sich für einen Verein zu engagieren. Passiert das nicht, werden manche Vereine in den nächsten 15 Jahren von der Bildfläche verschwinden.