Der Verdi-Vorschlag für einen kommunalen Klinikverbund in der Lausitz hat einen entscheidenden Haken: Er kommt zur Unzeit. Mit aller Kraft kämpft das gesamte deutsche Gesundheitswesen derzeit gegen das Coronavirus. Und beweist mit traurigem Blick auf Italien, Spanien oder die USA wie leistungsfähig es dabei ist. Egal wie teuer und verlustreich die Behandlung von Corona-Patienten ist, niemand stellt diese Hilfe infrage. Auch wenn nicht abschließend geklärt ist, wer das alles bezahlen soll: Geld spielt derzeit (noch) keine Rolle. Sich mit neuen Krankenhausstrukturen auseinanderzusetzen, dafür fehlt jetzt schlichtweg die Zeit.

Trotzdem – hinter der Gewerkschafter-Idee steckt mehr, und Verdi rüttelt zurecht an den Grundprinzipien einer „Gesundheits-Wirtschaft“, die durch Fallpauschalen finanziert wird und in der private Unternehmen auf Gewinnmaximierung abzielen (müssen). Nach der Corona-Krise wird sich die Krankenhauslandschaft aber verändern. Genau dann muss über diesen Vorschlag noch einmal laut und öffentlich gestritten werden. Auch sollte bis dahin die Suche nach einem Partner für das finanziell angeschlagene Klinikum Niederlausitz gestoppt werden. Denn auch diese Diskussion ist jetzt Fehl am Platz.