Die Zustimmung für eine härteres Vorgehen gegen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit ist offensichtlich groß. Dabei geht es nicht darum, dem Radtouristen zu verfolgen, der sich vor der Stadtkirche angekommen ein Radler genehmigt.

Es geht eher um eine überschaubare Gruppe an Personen, die sich, wenn sie unter Alkohol oder Drogen stehen, einfach nicht zu benehmen wissen, Passanten anpöbeln, Anwohner zu später Stunde mit Lärm belästigen oder Kunden von Geschäftsleute verstören. Wenn die Stadt ihre Innenstadt attraktiver gestalten will, muss sie diese Situation besser in den Griff bekommen. Da kann die Ausweitung des Alkoholverbotes durchaus helfen. Und vor diesem Hintergrund lassen sich auch die Eingriffe in persönliche Freiheiten rechtfertigen, die das Verbot ja auch darstellt.

Allerdings stellen sich zwei Fragen.

Die erste ist, ob die neuen Regelungen tatsächlich durchgesetzt werden. Angesichts der bisherigen Erfahrungen in der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten - vom Aufgreifen von Sprayern bis zum Thema der Hinterlassenschaften von Hunden - ist da eine gewisse Skepsis der Bürger verständlich.

Die zweite Frage ist, ob sich bei effektiven Kontrollen das Alkoholproblem nur in andere Stadtgebiete verlagert. Ob vor Einkaufshallen, in Grünanlagen oder anderswo - wo der Wille zum öffentlichen Trinken in Gesellschaft da ist, findet sich erfahrungsgemäß auch ein Weg. Es liegt daher nahe, dass eine Verbesserung der Situation in der Innenstadt mit Verschlechterung andernorts erkauft werden muss.