Die Senftenberger CDU-Fraktion hat einen Antrag für ein 300 000 Euro schweres Corona-Hilfspaket auf den Weg gebracht. Unterstützt werden sollen heimische Firmen, die von den bisherigen Landes- und Bundesprogrammen bislang nur wenig oder gar nicht partizipieren. Initiator Johannes Sven Hänig nennt unter anderem Gastronomen und Hotelbetreiber als Zielgruppe. Das Hilfspaket ist zuerst einmal eine gute Sache. Denn neben der zwingend notwendigen monetären Unterstützung kann so das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Stadt gestärkt werden. Senftenberger für Senftenberger also.

Aber ob die voraussichtlich relativ kleinen Auszahlungsbeträge den Firmen tatsächlich helfen, ist fraglich. Denn mit einer vierstelligen Summe kommt kein Unternehmer lange hin. Sie ist lediglich der Tropfen auf dem heißen Stein. Niemand weiß, wie lange die Corona-Beschränkungen noch andauern werden. Und selbst wenn ab Ende April die kleineren Geschäfte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, bleiben Gaststätten und Herbergen weiter dicht.

Und dass mehrere Fraktionen auch die finanzielle Unterstützung von Vereinen fordern, ist zwar menschlich nachvollziehbar. Wirtschaftlich gesehen sollten solche Ideen aber zunächst hintenan stehen. Denn die Unternehmen gehen vor. Schließlich sind sie es, welche die Vereinstätigkeit sponsern. Am wichtigsten jetzt ist, dass möglichst viele Senftenberger Firmen die Krise halbwegs glimpflich überstehen mögen. Je länger die Beschränkungen andauern, umso näher rückt die wirtschaftliche Katastrophe.