Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schafft in seiner Stellungnahme zum E-Sport mehr Uneindeutigkeit als Klarheit. Den Begriff „E-Sport“ lehnt der Verband ab und unterscheidet stattdessen zwischen „eGaming“ und „elektronischen Sportartensimulationen“. Gemeint sind damit Spiele, in denen klassische Sportarten virtuell gespielt werden. Nur diese hätten eine Berechtigung unter dem Dach des DOSB und verdienten eine Anerkennung als gemeinnützig.

Die Frage danach, ob Computerspiele Sport sind, kann aber nicht ausschließlich anhand des Inhalts entschieden werden. Denn wenn Sport nur ist, was bereits als Sport gilt – nichts anderes bedeutet die DOSB-Definition der virtuellen Sportarten – ist es unmöglich neue Sportarten anzuerkennen.

Der Kern ist vielmehr: Was haben alle Sportarten gemeinsam? Körperliche Bewegung ist es nicht, das zeigen Schach und Darts. Der Umgang mit einem Sportgerät ist ebenfalls nicht obligatorisch – genug Sportarten kommen ohne Zubehör aus. Der Aspekt der Gewaltlosigkeit? Fechten, Boxen, Schießen haben jedenfalls keinen friedlichen Ursprung.

Was Sportlerinnen und Sportler aller Sportarten jedoch gemeinsam haben, sind zwei Dinge: den Willen, sich zu verbessern, und das Messen der Leistung.

Computer Spielen ist nach dieser Definition nicht automatisch Sport – kann es aber sein: Wenn nicht nur gezockt, sondern trainiert wird. Wenn es Wettkämpfe gibt, für die man sich qualifizieren muss. Wenn also nicht der Spaß im Fokus steht, sondern die Leistung.

Cottbus