Einen Beschluss auf Biegen und Brechen durchboxen. Vorher aber bitte noch etwas nachbessern – hier und auch dort. Das Resultat, vermutlich etwas löchrig. Und trotzdem wurde Sprembergs neuer Flächennutzungsplan jüngst um die Sonderbauflächen „Solar“ ergänzt, mehrheitlich beschlossen und somit auf den finalen Weg zur Sonder-SVV gebracht. An sich eine richtige und auch wichtige Maßnahme, denn die Abkehr von fossilen Energieträgern ist unabdingbar. Wie allerdings besagter Beschluss im Rahmen der SVV zurechtgeschustert wurde, ist geradezu haarsträubend. Einem Basar gleich, wurden da Passagen in den Raum geworfen und systematisch „runtergebetet“, während andere revidiert werden mussten. Man hatte schlicht das Gefühl, jeder durfte einmal zu Wort kommen. Was an sich ja nicht verkehrt ist und der Sache sicherlich auch dienlich ist. Doch so geht das einfach nicht, weil saubere Arbeit anderes aussieht. Klar, ein Aufsatz kann auch zwischen Tür und Angel geschrieben werden, aber über das vermutlich angreifbare Ergebnis darf sich im Nachhinein dann nicht beschwert werden. Obwohl in Spremberg mittlerweile jeder wissen dürfte, dass Beschlüsse keineswegs in Stein gemeißelt sind. Die Außenwirkung ist jedoch fatal. Warum denn überhaupt noch Vorlagen mühsam erarbeiten und beschließen, wenn dann doch alles wieder gekippt wird? Und der Verwaltung den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist sicherlich der einfachste Weg. Innerhalb von nur einer Woche alle Änderungswünsche einzupflegen, schlichtweg illusorisch. Ob der vielen Fragezeichen hätte es einfach Mut gebraucht, um den Beschluss postwendend in den zuständigen Ausschuss zu verweisen. Dort hätten die Mitglieder des Fachausschusses nochmals dezidiert in die Vorlage gehen gekonnt, um ihn schlussendlich rundzumachen. Diese Chance wurde allerdings grandios vertan, was sich hoffentlich nicht rächt.