Steuerhinterziehung kostet Bund und Länder Jahr für Jahr mehrere Milliarden Euro. Um genau dies zu unterbinden, wurde die Bonpflicht gesetzlich beschlossen – vor gut drei Jahren. Ein guter Grundgedanke, der aber bedenklich umgesetzt wurde. Während große Unternehmen mit oft unverständlichen Steuervergünstigungen gelockt werden, müssen die kleinen Händler „bluten“. Denn nicht selten mussten dafür sogar neue Kassensysteme angeschafft oder kostenintensive Wartungsverträge abgeschlossen werden. Finanz-Transaktion sollen somit lückenlos nachvollziehbar sein, was fortan stets mit einem Pflicht-Bon quittiert wird – selbst für minimale Cent-Beträge.

Hier kommen wir zum zweiten Leidtragenden des Gesetzes: die Umwelt. Während der Schutz unserer Erde und der Zukunft unserer Enkel wichtiger ist den je, werden nun Tag für Tag zusätzlich bergeweise Bons gedruckt. Und zwar direkt für den Müll. Denn genau dort landet ein Großteil der Kassenbelege. Dabei sollte es doch gerade in unser hoch technisierten Gesellschaft ein leichtes sein, eine nahezu unmanipulierbare Lösung zu finden. Auf digitalem Weg. Doch stattdessen wird auf eine Variante zurückgegriffen, die schlichtweg aus der Zeit gefallen scheint: Papier-Bons. Es gilt also zu hoffen, dass der Groll der Händler rasch bis nach Berlin reicht, um diesen Müllfrevel zu stoppen.