Genau wie Straßen- und vor allem Schienenverbindungen, gehört eine leistungsstarke mobile Netzabdeckung zu einer regionalen Infrastruktur, die man guten Gewissens als zukunftsfähig bezeichnen kann. Sie ist essentiell, ganz besonders für Unternehmen.

In der Lausitz gibt es noch immer zu viele, große „weiße Flecken“. Wer’s erleben wollte, brauchte mit dem Zug nur von Cottbus Richtung Berlin zu fahren. Kurz hinter dem Cottbuser Bahnhof war Schluss mit dem Telefonieren – nicht zu reden vom mobilen Datenverkehr.
Starke Netzabdeckung ist ein wichtiger Standortfaktor. Ein Beispiel aus Rietschen aber zeigt, dass der Netzausbau kein Selbstläufer wird, wenn die Mobilfunkbetreiber nur endlich ihre Technik aufbauen. Der Gemeinderat in der Oberlausitzer Gemeinde hat nämlich schon die Erarbeitung bloß eines Konzeptes für ein 5G-Testvorhaben mehrheitlich abgelehnt. Am Geld lag‘s nicht. Bezahlt worden wären die Planungen vom Bund. Es waren Unsicherheit und die Angst vor elektromagnetischen Wellen, die die Rietschener Gemeinderäte abwinken ließen.
Es wäre fahrlässig, den Fall zu unterschätzen. Der Netzausbau darf in der Lausitz nicht zu einem Schlachtfeld gemacht werden. Wer ihn kompromisslos ablehnt, gefährdet die Perspektiven einer ganzen Region. Gleichzeitig ist es wichtig, die Bedenken von Bewohner nicht einfach arrogant zu übergehen. Absolute Offenheit und Information sowie die Vermeidung unnötiger Risiken können Schlüssel sein. Am Ende sind Kompromisse gefragt, die allen Lausitzern nützen. jan.siegel@lr-online.de