Vor ein paar Jahren war er im Oderbruch ein Thema. Inzwischen hat der Biber den Süden Brandenburgs zurückerobert. Das ist aus Naturschutzgründen erfreulich. Durch seine Bautätigkeit schafft er laut Naturschutzbund vielfältige Strukturen wie Kleingewässer, Totholz, Feuchtwiesen oder offene Bodenstellen am Ufer. Damit gestaltet er nicht nur sich selbst ein Zuhause, sondern sorgt für zahlreiche neue Lebensräume für Libellen, Amphibien und Reptilien, für Fische und Vögel. Doch weil sich der Großnager rasant ausbreiten durfte, wird er auch zum Problem. So haben Wasserverbände, aber vor allem auch Landwirte in Forst und Umgebung nicht nur erhebliche Arbeit mit dem Biber, sondern mussten auch schon Flächen für die Bewirtschaftung aufgeben. Das vom Land mit der Biberverordnung geschnürte Maßnahmepaket hat – so heißt es bei vielen Betroffenen – kaum Wirkung gezeigt. Neue Ansätze sind deshalb gefragt. Das Umweltministerium in Potsdam verweist auf gemeinsame Beratungen vor Ort. Gerade in den trockenen Sommermonaten habe der Biber zudem wertvolle Arbeit geleistet, indem er Wasser gestaut und somit in der Landschaft gehalten hat. Die vom Landesbauernverband geforderte Obergrenze für die Biberpopulation könnte ebenfalls ein Ansatz sein und dazu beitragen, die Akzeptanz für den scheuen Nager zu erhöhen.