Das Sound-City-Festival im Jahr 2020 in Spremberg ist die Chance, eine Alternative zur Silvester-Böllerei zu finden. Zum Heimatfest kombiniert die Stadt bereits Lasershow und Feuerwerk. Zum Festival der Musik- und Kunstschulen werden viele junge Leute aus ganz Brandenburg in der Stadt sein. Und viele Spremberger wollen das Fest miterleben. Gerade weil wir mit dem Eisenschlamm in der Spree zu kämpfen haben, sollte so ein umweltbewusstes Zeichen gewagt werden. Und es würde der Stadt auch gut tun, den jungen Leuten umweltbewusst in Erinnerung zu bleiben.

Versuche, das neue Jahr besinnlicher und leiser zu begrüßen, gibt es nicht erst seit der Debatte um den Klimawandel. Zum Beispiel mit dem Motto „Brot statt Böller“ können wir alle etwas anfangen. Im Freundeskreis kenne ich inzwischen viele, die auf das Knallen verzichten. Weil ihnen das Geld leid tut, weil ihnen die Funken aus der Batterie zu kurz sprühen, weil die Verbrennung an der Hand zwar verheilt, aber noch nicht vergessen ist, weil sie die Katze am nächsten Morgen lange in der ganze Wohnung suchen müssen.

Der Stadt neben der beliebten Laser- und Feuerwerksshow zum Heimatfest auch noch ein Spektakel in der Silvesternacht abzuverlangen, das muss gar nicht sein. Vielleicht findet sich dafür auch ein privater Anbieter. Da hat Frank Kulik recht: Die Gesellschaft muss umdenken. Aber die Stadtverwaltung sollte nicht einfach nur auf das Umdenken warten, sondern sie kann ihren Bürgern beim Umdenken helfen. Nächstes Jahr als Sound City.