Vestas Lauchhammer streicht 500 Stellen, Takraf strukturiert um, plant Personalabbau und das Aus der eigenen Lehrwerkstatt, und die Eisenhütte Ortrand meldet Insolvenz an. Die jüngsten Schlagzeilen aus dem Süden der Lausitz passen weder zu den Hilfeschreien nach Fachkräften der Industrie noch zu dem viel beschworenen Strukturwandel. Und die Nachrichten sind besorgniserregend.

Denn alle drei Firmen sind Schwergewichte der Wirtschaft und Aushängeschilder der Region. Ausgerechnet diese Unternehmen aber schwächeln nun, obwohl sie direkt nichts mit dem hiesigen Kohleabbau und dem anstehenden Ausstieg zu tun haben. Im Gegenteil. Das mit etlichen Fördermillionen aufgebaute Vestas-Werk in Lauchhammer baut Flügel für Windkraftanlagen. Die Eisenhütte produziert für die Automobilindustrie, den Herd- und Ofenbau sowie für die Haushaltsgerätebranche. Nur Takraf kennt sich gut aus mit dem Bergbau. Das Unternehmen stellt unter anderem riesige Spezialgeräte her, mit der auch Kohle gefördert kann. Allerdings sind diese Produkte zumeist für den Export bestimmt.

Was alle drei Firmen eint: Sie sind abhängig von der weltweiten Marktnachfrage, die – wie das gerade der Fall ist – auch sinken kann. Der Takraf-Plan, ein neues Geschäftsfeld „Produkte“ zu etablieren, um sich unabhängiger zu machen, klingt daher vernünftig.

Ohne betriebsbedingte Kündigungen wird aber auch hier die Neuordnung nicht über die Bühne gehen. Für das von Strukturumbrüchen gebeutelte Lauchhammer ist das besonders schmerzhaft.