Nur wer die Energie-Wende versteht, wird sie auch mittragen. Doch in Zeiten, in denen die Stromrechnung ähnlich kompliziert ist wie eine Steuererklärung, ist da wenig Verständnis zu erwarten. Wie ist zu erklären, dass an der Leipziger Strombörse die Kilowattstunde so billig wie sonst nirgends in Europa gehandelt wird, aber der deutsche Verbraucher immer mehr für den Saft aus der Steckdose bezahlt? Wie ist zu erklären, dass viele Großabnehmer aus der Industrie großzügige Rabatte bei den gesetzlichen Stromabgaben eingeräumt bekommen, aber der normale Verbraucher beinahe im Jahresrhythmus Post mit einer Strompreiserhöhung aus seinem Briefkasten holen darf? Und wie ist zu erklären, dass der Staat beim Thema Strom gleich mehrfach mitkassiert? Warum ist beispielsweise für die Stromsteuer auch noch eine Mehrwertsteuer fällig? Und wieso zahlen ausgerechnet die Brandenburger fast doppelt so hohe Netzentgelte wie der Rest der Republik?

Alles Fragen, auf die nicht nur die Lausitz gern Antworten hätte.
daniel.steiger@lr-online.de

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