Mit der neuen Schwimmhalle am Kochsagrund steht Spremberg noch ganz am Anfang. Das mussten am Montagabend knapp 30 Bürgerinnen und Bürger erst einmal verdauen. Das Verständnis dafür erschweren zwei Tatsachen, die sich zu widersprechen scheinen: Wie das Hallenbad mal aussehen wird, davon gibt es für die Öffentlichkeit noch keine Skizze, keinen Vorschlag, keinen Schimmer. Aber dass sie am Kochsagrund neben dem Erlebnisbad stehen soll, das hatte eine Mehrheit des Stadtparlaments bereits vor einem Jahr beschlossen.

Dass nun zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit mehrere Bürger ins Rathaus kommen, um erst einmal ihrem Unmut über die längst gefallene Standortentscheidung am Kochsagrund Luft zu machen, das war zu erwarten gewesen. Die Stadtplanerin Claudia Wolf, der Baufachbereichsleiter Gerd Schmiedel und die Ingenieurin Sabine Bemmerer waren gut darauf vorbereitet. Und so wurde die Kurve zu einer konstruktiven Diskussionsrunde nach etwa 45 Minuten tatsächlich noch gemeistert. Claudia Wolf und Sabine Bemmerer nahmen mehrere Bürgerhinweise und Nachfragen mit. Die konstruktive und gar nicht so lange Debatte ist der erste Grund, warum sich Stadtverordnete die Veranstaltung hätten anschauen sollen. Der zweite Grund ist wichtiger: Die Bürger hätten gern noch einmal gewusst, warum Stadtverordnete vor einem Jahr und damit vor der Kommunalwahl 2019 die Hand für oder gegen den Standort am Kochsagrund gehoben hatten. Doch Abgeordnete sämtlicher Fraktionen glänzten mit Abwesenheit. Der Einwurf von Peter Wolf (SPD) an die Bürger in dieser Runde „Reden Sie mit Ihren Abgeordneten!“ mag grundsätzlich richtig sein. Ab bitte wo, wenn nicht an diesem Abend zu so einem brisanten Thema?