Als die LR die Spreelagune in Lübben wegen der engmaschigen Überprüfung aufgrund der Kolibakterien-Belastung als „Sorgenkind“ bezeichnete, widersprach die Stadtverwaltung aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit noch vehement. Das war im Sommer 2017. Zweieinhalb Jahre später zeigt die Realität: Die Einschätzung war vorschnell. Die Spreelagune muss wieder mit Badeverbot belegt werden, und wieder ist ein extrem hoher Kolibakterien-Wert die Ursache.

Ein paar Fließhindernisse entfernen und Entendreck weg-, aber nicht ins Wasser zu fegen, reicht nicht. Die Krux ist nach jetzigem Wissensstand, dass die stellenweise zu geringe Fließgeschwindigkeit des Wassers baulich nicht behoben werden kann. Sie durch Zupumpen von Spree- oder Grundwasser zu erhöhen, ist aber auch aufwendig und kostet Geld.

Um die Bedeutung der Spreelagune als solcher und damit auch die der jetzigen Vorfälle zu verstehen, muss man die Entstehungsgeschichte kennen. Die Lübbener wünschen sich seit Urzeiten ein Bad, auch, um mit anderen Spreewald-Reisezielen mithalten zu können. Die Lagune entstand aus diesem innigen Wunsch heraus, aus Gründen der Förderfähigkeit konkret als Wasserwanderrastplatz mit Flussbad.

Und jetzt droht, dass Lübbener und Gäste dort nicht mehr baden dürfen, wenn das Problem nicht in den Griff zu bekommen ist. Das wäre ein arger Verlust für die Stadt, ihre Einwohner, ihre Lebensqualität und ihre Attraktivität für Gäste, kurz: innerlich und äußerlich. Natürlich ist es dann die Aufgabe, alles zu versuchen, um gute Messwerte zu bekommen. Und inzwischen dürfte klar sein, dass dies intensiver Eingriffe bedarf.