Es ist fast schon ein Ritual: Sinken laut Polizei-Statistik die Straftaten, wird das von der kritischen Öffentlichkeit mit einem großen „Aber“ versehen. Das durchaus zu Recht. Wenn es beispielsweise statistisch weniger Drogendelikte in Forst gibt, hat das wenig mit dem tatsächlichen Drogenkonsum zu tun, jedoch viel mit dem Verfolgungsdruck. Je weniger die Polizei kontrolliert, desto weniger Straftaten landen in der Statistik. Noch größer wird die Dunkelziffer, weil viele Betroffene bei Diebstählen oder Vandalismus auf eine Anzeige verzichten. Frei nach dem Motto: Viel bürokratischer Ärger bei geringen Chancen auf ein greifbares Ergebnis.
Doch sind die Ursachen dafür tatsächlich allein eine zu geringe Polizeipräsenz und überlastete Justiz. Denn der Gedankengang: „Wir bezahlen einen Dienstleister, der muss dafür gefälligst liefern!“, mag eventuell bei einem Pizzaservice funktionieren. Aber Polizei und Justiz als zuständige, vom Bürger bezahlte Dienstleister für Sicherheit zu begreifen, und ansonsten den Dingen ihren Lauf zu lassen, führt in die Irre.
Inzwischen brauchen selbst viertklassige Fußballspiele und nahezu jede Demonstration umfassende polizeiliche Begleitung, wodurch Kapazitäten gebunden werden, die anderswo fehlen. Und wenn der Respekt für die Arbeit der Polizei, aber auch von Feuerwehr und Rettungskräften sinkt, zeigt sich darin ein Verlust an gesellschaftlichem Gemeinsinn. Den kann die beste Polizeiarbeit nicht ersetzten. Für mehr Sicherheit ist auch ein „Mehr“ an respektvollen, zivilen Umgang der Menschen miteinander nötig.