Es ist eine schwere Geburt gewesen, dass sich die Räte in Rietschen auf eine finanzielle Hilfe für Firmen und Vereine einigen. Fraglich, ob die Gemeinde tatsächlich dafür zuständig ist. Auf der anderen Seite sind Argumente, wie etwa das Vereinssponsoring von ortsansässigen Firmen und deren Steuerzahlungen nicht von der Hand zu weisen. Eine Zahlung von 1000 Euro ist in diesem Zusammenhang allerdings zumindest symbolisch, nach dem Motto: „Wir kümmern uns.“ Und tatsächlich dürfte einigen kleinen Firmen die Finanzspritze zumindest über ein oder zwei Monate retten. Aber: Es ist gar nicht abzusehen, was noch kommt? Vielleicht müssen – weil die Infektionszahlen wieder ansteigen – einige noch einmal schließen. Was dann? Und: Unklar, mit wie viel weniger Steuereinnahmen Rietschen rechnen muss. Und wer überprüft eigentlich im Gemeindeamt, welche Verluste die Geschäfte wegen Corona haben?

Das gilt auch für Vereine. Denn mit der Entscheidung des Rates, die Hilfebedürftigkeit erst einmal abzuklopfen, könnte passieren, was eigentlich nicht gewollt ist: Der, der am meisten schreibt, bekommt vielleicht auch am meisten. Und nach welchen Kriterien entscheidet der Rat dann, welcher Verein wie viel bekommt? Und wie werden die Angaben der Vereine eigentlich überprüft? Mit den sicher gut gemeinten Beschlüssen könnten die Räte letztlich vor schwierigen Fragen stehen. Und zudem ist noch nicht abzusehen, wie lange sich die gesamte Krise noch hinziehen wird.