Man möchte den beiden Landesregierungen gratulieren. Eine Kooperation zur länderübergreifenden Ansiedlung von Wirtschaft ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bleibt jedoch die Frage, warum man dies nicht schon vor Jahren getan hat? Denn nur auf einen Industriezweig, nämlich die Braunkohleverstromung, zu setzen, fällt der Lausitz und schließlich auch den Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg auf die Füße. Insbesondere die Kohle-Kommunen leiden in beiden Ländern an klammen Haushaltskassen – Stichwort Gewerbesteuerrückzahlung. Gerade die Gemeinden brauchen neue Unternehmen – und damit Steuerzahler.

Auffällig in Hoyerswerda: Viele Sätze der Regierungschefs beginnen mit: „Wir wollen uns einsetzen für...“ Dass Sachsen und Brandenburg beim Kohleausstieg mit einer Stimme sprechen, macht Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Bundesregierung hört und das in Gesetze gießt, was vereinbart ist. Sonst könnten nach der Wahl im September andere mit einer Stimme sprechen.

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