Das tat weh: Die Fraktion Linke in Dahme-Spreewald hat sich beim jüngsten Kreistag politisch mindestens eine Ohrfeige abgeholt. Ihr Antrag zur Unterstützung der Gedenkstätten in Lieberose/Jamlitz war schon einvernehmlich ausverhandelt - und wurde dann krachend abgelehnt. Die Gründe sind nachvollziehbar.
Erstens bestand der von allen Fraktionen getragene Konsens daraus, die Gedenkstätten in Lieberose/Jamlitz moderierend zu unterstützen, auch die für das NKWD-Speziallager, der historischen Folgenutzung des KZs. Doch genau davon distanzierte sich die Linke überraschend im Kreistag, weil es ihnen um die Unterstützung der KZ-Gedenkstätten ging. So sehr die Akteurinnen beteuern, keine Opfer in erste und zweite Klasse einstufen zu wollen, passiert damit genau das. Angesichts der Gräueltaten ist das weder angemessen noch zeitgemäß.
Zweitens hat die Fraktion politisch einen Kardinalfehler gemacht: Sie hat mit der Rückkehr zur Altfassung ihres Antrags die Diskussion und ihre Ergebnisse im Kreisausschuss, dem zweitwichtigsten Gremium im Landkreis neben dem Kreistag, schlicht ignoriert. Das nahmen ihr viele andere Abgeordnete so übel, dass sie den Antrag abschmetterten.
Im Ergebnis hat sich die LDS-Linke politisch schwer beschädigt. Besonders bitter ist das Ergebnis für die Gedenkstätten. Es wäre eine Großchance gewesen, alle an einen Tisch zu bekommen und das Bewusstsein für die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte für künftige Generationen neu zu schärfen. Bleibt zu hoffen, dass dieser hervorragende gedankliche Ansatz erneut aufgenommen wird.