Ein Mann klagt gegen Frauenparkplätze. Das ist sein gutes Recht. Interessant allerdings ist die Begründung. Er selbst fühle sich diskriminiert, und auch Frauen würden durch die besser beleuchteten Parkmöglichkeiten nah am Ausgang diskriminiert, weil ihnen unterstellt werde, dass sie schwach und schutzlos seien. Nun sind die Hinweise rechtlich nicht bindend, der Kläger kann sich, ebenso wie jeder andere Mann, den kurzen Fußweg zum Ausgang sichern, ohne ein Bußgeld fürchten zu müssen.

Dringender anzuraten wäre jedoch ein Blick in die Kriminalstatistik. Die zeigt, dass Frauen – schwach oder nicht – deutlich häufiger als Männer Opfer von Überfällen und Sexualdelikten werden. Und das liegt keineswegs daran, dass Frauen schwach und schutzlos sind. Sondern daran, dass ein sehr kleiner Teil der Männer seine Aggressionen und seinen Sexualtrieb nicht im Griff hat.

Wenn Männer daher darauf bestehen, auf Frauenparkplätzen zu parken, zeugt das nicht von Gerechtigkeitsempfinden, sondern von Rücksichtslosigkeit.

Selbst wenn der Kläger den Prozess nur als juristische Fingerübung benutzt hat: Dem öffentlichen Zerrbild von Männern als ewigen Rüpeln hat er ein weiteres Mosaikteil hinzugefügt.

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