Auf dem Frischemarkt – ein Stoffbeutel ist beim Einkauf immer dabei, es werden kaum Plasteschalen und -tüten mit nach Hause genommen, die am Ende in der Gelben Tonne landen. Im Einkaufsmarkt – der Jogurt im Glas kommt in den Einkaufwagen, der in den Wegwerfbehältern bleibt zurück. Bestellungen im Internet – auf ein Minimum begrenzt, kaum Verpackungsmaterial für die Tonne. Besser kann es doch für die Umwelt nicht laufen.

Doch dann die Überraschung: Entsorger Alba Lausitz signalisiert neuerdings mit roten Karten, wenn in der Gelben Tonne das Soll nicht erfüllt wurde. Wer es in vier Wochen nicht schafft, genügend Verpackungsmüll zusammenzubekommen, der soll seine 240-Liter-Tonne auf dem Gehöft stehen lassen, bis sich die Abholung lohnt. Im Sommer dürfte dann der Abfall vielleicht acht Wochen bis zur nächsten Leerung vor sich hin müffeln, weil wie empfohlen eben löffelreine Becher und Tüten in der Tonne gelandet sind. Kleinere Tonne gibt es allerdings auch nicht. Andernorts quellen die Gelben Tonnen über, da lohnt sich das Anhalten fürs Unternehmen, das mit dem Slogan „Wir nennen es Rohstoff.“ für seine Entsorgung wirbt. Und diese Entsorgung sollte ja möglichst ohne Verschwendung von Energie und Arbeitskraft – also ökologisch sinnvoll – erfolgen.

Allerdings, auch die Alba hat wohl nicht zu Ende gedacht, denn wie viel der Appell an die Nutzer unter dem Strich bringen wird, da tappt man im Dunkeln. Dazu wurden laut Unternehmen keine Erhebungen gemacht. Und wahrscheinlich auch nicht, was die Herstellung der roten Karte, ihr Transport und das Anhängen an die Tonnen gekostet hat. Schließlich: Alles, was der Mensch produziert, verbraucht Ressourcen. Ein Hinweis zur Gelben Tonne im Abfallkalender, der sowieso jedes Jahr an die Haushalte geht, hätte es vielleicht auch getan.