Haben wir schon immer so gemacht – mit dieser Antwort wurde früher die Frage nach dem Rettungsdienst in Deutschland beantwortet. Traditionell liegt der in der Hand der gemeinnützigen Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, Johanniter, ASB oder Malteser. Doch seit etwa zehn Jahren gibt es Konkurrenz. Das Privatunternehmen Falck – mit einer ähnlich langen Tradition im Nachbarland Dänemark – hat gerade in der Lausitz bewiesen, dass es ebensogut den Rettungsdienst organisieren kann, vielleicht sogar besser.
Das europäische Ausschreibungsrecht und Gegenbewegungen wie die Eingliederung des Rettungsdienstes in kommunale Eigenbetriebe haben dazu geführt, dass es mittlerweile einen Flickenteppich an Rettungsdienst-Anbietern in der Lausitz gibt. Zum Teil kommen sogar innerhalb der Landkreise vier oder mehr verschiedene Anbieter zum Zug.

Braucht die Lausitz einen einheitlichen Rettungsdienst-Anbieter?

In Zeiten von Fachkräftemangel und Beschaffungskrisen wie etwa zu Beginn der Corona-Pandemie birgt das durchaus Risiken. Wäre es nicht besser, einen starken Anbieter des Rettungsdienstes für die ganze Lausitz zu haben? Die Gewerkschaft Verdi macht sich für solche interkommunalen Lösungen stark.

Forst/Görlitz/Hamburg

Doch was wollen die Landkreise? Für die ist Rettungsdienst vor allem Vertrauenssache. Und das Vertrauen ist – aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen – sehr heterogen. Schnell wird es eine einheitliche Lösung daher wohl kaum geben. Lohnen könnte es sich aber dennoch, über den Tellerrand zu schauen und mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen. Denn die Herausforderungen werden nicht kleiner.