Der Saal Nummer 30 des Cottbuser Amtsgericht wird für einen Tag zur Bühne für ein Stück Gegenwartsgeschichte. Verhandelt wird das Thema, dass die Weltgemeinschaft in den kommenden Jahren beschäftigen wird wie kaum ein zweites. Es geht um den Klimawandel, um seine Folgen und die Möglichkeiten, eine drohende Katastrophe abzuwenden. Es geht aber auch um Menschen, die in der Lausitz leben und arbeiten, deren Identität mit der Braunkohle verknüpft ist. Und es geht, ganz einfach, um das Recht. Das Recht eines Konzerns, seinen Geschäften nachzugehen. Und das Recht von Menschen, dagegen zu protestieren. Der Richter Georg Kapplinghaus muss entscheiden, welches Recht schwerer wiegt – und wo es gebrochen wird. Er könne den Kampf gegen den Klimawandel verstehen, ebenso den Frust über eine scheinbar unbewegliche Politik, sagt der Richter. Er spricht über Hannelore Wodtke und ihr klares „Nein“ in der Kohlekommission. „Sie kämpft auf ihre Weise für den raschen Kohleausstieg“, sagt der Richter. „Aber sie muss dafür keine Straftaten begehen.“