Das hat Elbe-Elster noch nicht gehabt: Ein Minister und zwei Staatssekretäre aus Finsterwalde in der Landesregierung. Dazu eine Frau, die an der Spitze der Landes-FDP mitmischt. Wie der Landkreis davon profitieren kann, muss sich erst noch zeigen.

Die Kehrseite: Mit Peter Drenske von der AfD hat die Region nur noch einen Mann im Landtag auf parlamentarischer Ebene sitzen. Es fehlen also die Drängler, die sich in Potsdam Gehör verschafft haben. Mit sogenannten „Kleinen Anfragen“ haben vor allem Rainer Genilke (CDU) und Iris Schülzke (erst Freie Wähler/dann fraktionslos) immer wieder Brennpunktthemen in Elbe-Elster angeschnitten. Barbara Hackenschmidt für die SPD und Diana Bader (Die Linke) saßen in der Regierungsfraktion. Beide sagen von sich, Elbe-Elster immer wieder „ins Spiel“ gebracht zu haben.

Doch ein Posten allein bringt es nicht. Beispiel: Michael Stübgen. Im Laufe seiner 29-jährigen Zugehörigkeit zum Bundestag ist er in der Region von Jahr zu Jahr seltener gesehen worden und begründete dies stets mit einem großen Aufgabenpaket erst in Bonn und dann in Berlin. Dabei ist bekannt, dass sich seine Wähler gern mehr Antworten und Erklärungen gewünscht hätten. Als die Finanzkrise das Land bewegte, die Flüchtlingskrise die Schlagzeilen bestimmten. Zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesagrarministerium hätten sich die Bauern mehr Kontakt gewünscht, zuletzt die Zuckerwerker und Rübenanbauer.

Also: Posten allein sind es nicht. Elbe-Elster muss sich eine ganze Reihe „neuer Drähte“ ins Land aufbauen. Als Türöffner dürfen sich die Potsdamer „Abgesandten“ da sehr gern verstehen.