Es gibt wenig Schöneres, als sich bei sonnigem Frühlingswetter im eignen Kleingarten ein bisschen Ausgleich zum Arbeitsalltag zu verschaffen. Dort ist die Arbeit meist überschaubar, lässt sich einigermaßen gut einteilen und die Lust wird nicht unbedingt gleich zur Last.

Das Phänomen erlebt seit Langen wohl jede Generation. Wenn die Familie langsam wächst und der Nachwuchs frische Luft und sicheren Auslauf braucht, zieht es gerade junge Familie ins Grüne. Nicht alle haben aber das nötige Kleingeld oder auch gar nicht die Ambitionen gleich für ein Eigenheim mit Gartenanschluss. Wer als begeisterter Mieter nämlich auch die diversen Annehmlichkeiten einer zentralen Wohnung in Innenstadtlage mag, ist mit einer Pachtparzelle im Kleingartenverein wohl am besten dran.

Aber Obacht! Wer den Kleingarten allein als urban-wildes und wucherndes Naturparadies und optimale Party-Location zum gelegentlichen Abfeiern in großer, ausgelassener Runde missversteht, kann auch schnelle Enttäuschungen erleben. Beim Regionalverband der Kleingärtner in Cottbus ist die Zahl der Fälle in denen die Vereinsvorstände gegen „pachtrechtliche Verstöße“ vorgehen mussten, zuletzt drastisch gestiegen. An ein paar – zugegeben, im Einzelfall manchmal heute auch ein bisschen verstaubt anmutende – Grundregeln muss sich nämlich jeder halten, der Anschluss an die verbandsangehörigen Sparten sucht. Andernfalls kann der Traum von der eigenen grünen Oase mit Bio-Obst-Selbstversorger-Potenzial auch schnell zum nervigen Alptraum für alle Beteiligten werden. jan.siegel@lr-online.de

Cottbus/Görlitz