Der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch macht sich nach der Trennung von Trainer Claus-Dieter Wollitz große Sorgen um den FC Energie. Wollitz habe die Profi-Mannschaft mehrfach aus dem Nichts heraus aufgebaut und nach oben geführt. „Der FCE braucht solche Typen, die brennen und sich reiben. Dem Verein fehlt nun das Gesicht“, meint Kelch.

Der Oberbürgermeister steht mit dieser Sorge nicht allein. Energie Cottbus gibt in diesen Tagen ein bedauernswertes Bild ab. Der Verein steht zwar auf Platz 1 in der Regionalliga Nordost – ansonsten ist er derzeit alles andere als spitze.

Am Donnerstagabend vermeldete der FCE in einer Pressemitteilung noch, dass die Entscheidung über die Zukunft von Wollitz in der zweiten Januar-Woche fallen solle. Nicht einmal 24 Stunden später folgte die Mitteilung der Trennung von Wollitz. Was für ein Kommunikations-Desaster. Was können die Fans dem Verein jetzt noch glauben?

Dieses Desaster ist der vorläufige Höhepunkt der seit Wochen andauernden Querelen in der Vereinsführung, die sich nicht zuletzt an der Person des Cheftrainers entzündeten. Ja, Wollitz polarisiert und provoziert. Er wurde aber auch von Teilen des Präsidiums sowie des Verwaltungsrates provoziert und hat sich angesichts des offenbar massiv gestörten Vertrauensverhältnisses nun zum Rückzug entschlossen. Er wurde ohne erkennbaren sportlichen Grund infrage gestellt. Damit haben die Eitelkeiten innerhalb der Vereinsführung gesiegt.

Das einzige, was derzeit für Energie Cottbus spricht, ist die sportliche Perspektive an der Tabellenspitze. Der Verein muss sich nun bis zum Wiederbeginn im Januar neu aufstellen. Er muss mehr denn je, eine Zukunftsvision entwickeln. Er muss Gelder auftreiben, damit der Profifußball in der Lausitz erhalten bleibt. Und er muss endlich zurück zu einem vernünftigen Miteinander finden.

Das sind ganz schön viele Aufgaben für die Winterpause und auch darüber hinaus. Urlaub haben deshalb in den nächsten Tagen hoffentlich nur die Spieler.